19.05 Uhr, Montag Abend. Die 24 MIG-Teilnehmer
kommen mit hochroten Wangen und erhitzten Gemütern aus den drei Seminarräumen.
„Stress pur!“, seufzen Artur und Martina „So ein Zahlenwirrwarr.
Wenn das so weiter geht, brauch ich hiernach erstmal ´ne Woche Urlaub.“
- Und es geht so weiter, nachdem die ersten Vorträge über Unternehmensziele
und Bilanzen uns geschafft, aber auch bereichert haben. |
In den nächsten Tagen müssen wir uns ohne lange Übungsphasen mit Fachbegriffen wie „Ebit“, „Liquidität“, „ROCE“ und „Distributionskanal“ auseinandersetzen und auf deren Basis eine durchkalkulierte Unternehmensstrategie entwickeln. Denn im Zuge des Management Information Games fungieren wir in Achtergruppen als Vorstandsmitglieder einer fiktiven Aktiengesellschaft, tragen somit Verantwortung für Personalwesen, Produktion sowie für Finanzen und Marketing. An jedem Tag durchlaufen wir jeweils ein virtuelles Geschäftsjahr, in dem wir versuchen, unsere selbstgestellten Unternehmensziele bestmöglichst zu verwirklichen. Eine vertretbare Jahresbilanz zu erstellen und sie zu einem vorgegebenen Zeitpunkt fehlerfrei dem Spielleiter, Herrn Steffen Vogt, einzureichen, erfordert nicht nur gut organisierte und effiziente Arbeitsteilung innerhalb der Gruppen, sondern bei all dem Kalkulieren und Rechnen auch jede Menge starker Nerven. Diese werden weiter strapaziert durch ständig neu eintreffende „Eilmeldungen“, die aktuell bezogene Einflussfaktoren beinhalten, welche wir sofort in unsere Bilanzrechnungen einbeziehen müssen. Viel Arbeit und viel Stress! |
Das Gelernte müssen wir dann in Eigenregie in „unseren“ Unternehmen in die Tat umsetzen. Vor allem im Bereich Marketing ist dies sehr hilfreich, da wir innerhalb eines Tages die Vorbereitungen für eine Produktpräsentation und die darauf ausgerichtete Marketingstrategie realitätsnah umsetzen müssen: In den einzelnen Unternehmen sollen wir ein elektronisches Spielzeug entwickeln, und zwar auf der Grundlage bestimmter Kriterien, die von dem fiktiven Großkunden vorgegeben sind. Eine weitere Aufgabe besteht darin, ein dazugehöriges Promotion- Konzept zu erstellen. Dieser doch sehr kreative Teil der Spielwoche ist jedoch nicht weniger
stressig als die vorherigen Tage. Unter Zeitdruck werden Brainstormings
durchgeführt, Prototypen gebastelt, PowerPoint-Präsentationen
und Reden vorbereitet. Im Businesslook „dürfen“ wir
dann am Donnerstagabend das Erarbeitete den Referenten, unserem Schulleiter
und einigen Lehrern vortragen und uns im Zuge dessen ihren auch oft
sehr komplexen und auch unerwarteten Fragen stellen. „Es war schon
sehr aufregend, aber die „Verkleidung“ mit Anzug und Krawatte
machte mich doch sicherer“, meint Friederike im Anschluss. Nach
einem sehr nervenaufreibenden Ereignis ist natürlich klar, dass
wir den erfolgreichen Abend nach Schnittchen, Suppe und fachkundigem
Smalltalk mit den Referenten noch ganz „professional- like“
ausklingen lassen, und so geht es mit der gesamten Gruppe und dem Spielleiter
ins Lingener „Maxim“. |
Noch ein wenig müde, dann am nächsten Morgen die letzte Runde des MIG- Spiels: Die Hauptversammlung. Wir als Vorstandsmitglieder legen eine Bilanz der vergangenen Geschäftsjahre vor und erläutern sie vor unseren Mitschülern, die kurzzeitig in die Rolle unserer Aktionäre schlüpfen. Auf der Basis nachgewiesener erfolgreicher Unternehmensführung werden alle drei Vorstände entlastet. Hiermit ist das Management Information Game, das uns hervorragende Einblicke in die Welt der Wirtschaft gewährte, beendet. Alles in allem konnten wir ganz nach dem Motto „Learning by doing“ viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln, die sicherlich den einen oder anderen Berufswunsch prägen könnten. Wir erlebten eine sehr spannende Woche, in der wir nicht nur mit Betriebswirtschaft in Kontakt traten, sondern ebenfalls unsere Teamfähigkeit stärken konnten. Nach der Meinung aller Mitspieler ist dieses Projekt durchweg gelungen. Ein herzlicher Dank all denen, die uns dies ermöglicht haben! |