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Die Synagoge in Osnabrück befindet sich im „Pfarrhaus“
der jüdischen Gemeinde und besteht nur aus einem großen Raum.
In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die alte Synagoge, welche im
Jahr 1907 errichtet wurde, zerstört und in ihrem alten Zustand nicht
mehr aufgebaut. Dies erfuhren die 18 Schüler des Seminarfachs „Judentum,
früher und heute“ vom Franziskusgymnasium bei einem Besuch
der Synagoge in Osnabrück. Die Synagoge ist ein 6-eckiger Raum und die Gläubigen schauen beim Gebet zur Ostwand in Richtung Jerusalem. Dort befindet sich auch der Thora-Schrein, in dem sich mehrere in rotem Stoff eingehüllte Thora-Rollen befinden, aus denen der Rabbi im Gottesdienst auf hebräisch vorliest. „Da er die Heilige Schrift nicht mit seinen Fingern berühren darf, gibt es extra einen kleinen Zeigestock, mit dem er den zu lesenden Text verfolgen kann“, erklärt Lea Mor von der jüdischen Gemeinde. Über dem Thoraschrein findet man eine Gebetstafel, auf welcher die hebräischen Zahlen 1 bis 10 eingemeißelt sind - diese stehen für die 10 Gebote, auch wenn es im Judentum weitaus mehr Ge- und Verbote gibt ( um die 600 ). Über dieser Gebetstafel hängt das ewige Licht, so wie es in ähnlicher Form auch im Christentum existiert. Auch wurde erläutert, wie man Kosher isst: Fleisch darf nur von Tieren gegessen werden, welche Säugetiere sind, gespaltene Hufe haben und Widerkäuer sind, so zum Beispiel die Kuh. Auch Geflügel ist erlaubt, da es keine Säugetiere sind. Bei Tieren aus dem Wasser muss gelten, sie müssen Flossen und Schuppen haben, daher sind Krebse zum Beispiel nicht erlaubt. Alle Warmblüter sollten zudem nicht geschlachtet, sondern geschächtet werden. Hierbei soll das Tier durch einen Kehlschnitt vollständig ausbluten, denn im jüdischen Glauben befindet sich im Blut die Seele, und man will dem Tier laut Lea Mor nicht die Seele nehmen, sondern nur das Fleisch. Im Judentum gilt zudem, dass man keine Fleischprodukte mit Milchprodukten in einer Mahlzeit zu sich nehmen soll. „Trinkt man morgens einen Kaffee mit Milch, kann man kein Wurstbrot mehr essen“, erklärt Frau Mor. Streng religiöse Juden teilten sogar ihr Geschirr und ihre Töpfe nach fleisch- und milchhaltigen Lebensmitteln. „Im Idealfall hat man zwei Küchen, so auch im Keller des jüdischen Gemeindehauses, um das Essen völlig Kosher zubereiten zu können.“ Somit verließen die Schüler die Synagoge mit vielen neuen
Eindrücken und waren dankbar für einen Einblick in die jüdische
Kultur. |