(Bericht von Tim Tautorat)
Dresden, Semperoper, Wagner, Tannhäuser. Dies sind Begriffe,
die das Herz eines jeden Musikliebhabers höher schlagen lassen, zumal wenn
sie auf einmal in greifbare Nähe rücken. Als Mitte des letzten Jahres
in unserem Musikleistungskurs Mu31 die Idee aufkam, einen Konzert- oder Opernbesuch
als Kursfahrt zu unternehmen, dachte wohl keiner der 7 Schüler (und am
allerwenigsten unser Kurslehrer Herr Krone) daran, dass diese Idee sich so entwickeln
würde. Nach Sichtung der Opernangebote in der näheren Umgebung, die
eine große Ernüchterung über das Angebot der Opernhäuser
zur Folge hatte, wurde klar, dass bei einem solchen Vorhaben auch eine größere
Distanz zum Zielort kein Hinderungsgrund sein durfte. Kurzerhand wurde weiter
recherchiert und wir kamen nach hitziger Diskussion zu dem Schluss, dass eine
Reise nach Dresden in die Semperoper zu einer Aufführung der Oper Tannhäuser
von Richard Wagner genau das Richtige für angehende Musikabiturienten war.
Gesagt, getan. Die Karten wurden bestellt, die Jugendherberge gebucht und nichts
stand unserer Reise mehr im Wege.
Am 30. Januar diesen Jahres war es dann endlich soweit und wir traten in aller
Frühe die Zugreise ins acht Stunden entfernte Dresden an. Ein gemeinsames
Frühstück und eine amüsante Atmosphäre verkürzten die
gefühlte Fahrtzeit auf ein gut erträgliches Maß und so erreichten
wir am späten Nachmittag in bester Stimmung und einer enormen Erwartungshaltung
die Landeshauptstadt Sachsens.
Nach dem Einchecken in die Jugendherberge traten wir, inzwischen in angemessener Abendgarderobe, den Weg zur Semperoper an und passierten schon auf dem Weg so beeindruckende Bauwerke wie den Zwinger. An der Semperoper angekommen kannte unsere Begeisterung keine Grenzen mehr. Der Eindruck des Bauwerkes, der reichlich geschmückten Flure und Treppenhäuser im Inneren und zuletzt des Aufführungsraumes selbst, all dies übertraf unsere Erwartungen um Längen.
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Aber die Hauptattraktion des Abends stand uns noch bevor: Vier Stunden
und 25 Minuten Tannhäuser. Als sich um 18 Uhr der Vorhang öffnete,
wurde man in einen Bann gezogen, der, getragen von der Komposition Wagners
und den unglaublichen Stimmen der Ausführenden, über die zwei
Pausen hinaus wirkte, in denen wir uns in den prunkvollen Wandelgängen
aufhielten und wie der größte Teil der zumeist deutlich älteren
Gäste über Stimmfächer und Inszenierungen fachsimpelten. |
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Trotz der gewaltigen Länge des Werkes blieb die Aufführung dauerhaft mitreißend und wir hofften, es möge weitergehen, als nach tragischem Ausgang der Oper der finale Akkord erklang und der Vorhang fiel. Standing ovations, an denen wir uns natürlich engagiert beteiligten, waren die Folge und immer und immer wieder mussten die Sänger unter dem nicht enden wollenden, wohlverdienten Applaus auf die Bühne kommen um sich feiern zu lassen. Noch immer tief gerührt vom Gesehenen verließen wir das Opernhaus, um den Abend ruhig ausklingen zu lassen.
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Der zweite Tag wurde noch genutzt, um
die Sehenswürdigkeiten der Altstadt wie zum Beispiel die äußerlich
komplett renovierte Frauenkirche genauer unter die Lupe zu nehmen. Der
Schneeregen und die unangenehme Kälte hinderte uns jedoch an größeren
Sightseeing Wegen. Daraufhin begaben wir uns am späten Nachmittag
zum Bahnhof um schweren Herzens die Heimreise anzutreten. So fand eine
bildende, tief beeindruckende und stets amüsante Kursfahrt ihr Ende,
mit einer Erfahrung, die zu machen jedem ans Herz gelegt sei. |
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