Über 4000 Euro durch die "Aktion Schülerhilfe" des 12. Jahrganges

Sauber und möglichst streifenfrei – so sollen die Fenster des Gemeindezentrums der Johanneskirche werden. Das auf jeden Fall ist der Anspruch, den sich Hannah Becker und Maria Massold selbst gesetzt haben. Die ersten haben sie schon geschafft. Vor ihnen liegen aber noch einige Stunden Arbeit. Arbeit, die jedoch nicht unbedingt an Schule erinnert.

Hannah und Maria sind Schülerinnen des zwölften Jahrgangs. Zusammen mit ihren 96 Jahrgangskolleginnen und - kollegen beteiligen sie sich an der „Aktion Schülerhilfe". Schon zum vierten Mal findet die Aktion in Zusammenarbeit mit dem SKM Lingen statt. Einen Tag lang schwärmen die Zwölftklässler aus. In 60 Betrieben aus Lingen und Umgebung schuften und werkeln sie für den guten Zweck. Hannah und Maria betätigen sich nicht nur als Putzfrauen, sie füllen nebenbei auch das Spendenkonto. Um die Arbeitsstellen haben sich die Schülerinnen und Schüler z.T. selbst gekümmert. Ein Großteil ist vom SKM vermittelt worden.
„Wir bekommen pro Stunde sechs Euro", berichten die zwei. Für den Lohn wird alles wieder auf Vorder“frau“ gebracht.

„Das ist schon klasse, wie sich die Schülerinnen und Schüler wie selbstverständlich in dieser Sache engagieren", lobt Karl-Heinz Ossing, der als Lehrer den Projekttag begleitet, die Jugendlichen. Wie in allen vorangegangenen Jahren beteilige sich wieder der komplette 12. Jahrgang. Da sei es fast zweitrangig, wie viel die Jugendlichen durch ihre Aktion „hereinholten", auch wenn der zu erwartende Betrag sich auf über 4000 Euro belaufe.

Ein Teil des Geldes fließt dem SKM für seine Jugendarbeit zu. „Wir helfen jungen Menschen zurück ins Arbeitsleben, wenn sie auf die schiefe Bahn geraten sind", erklärt der SKM. Der andere Teil der Gelder kommt der Bartholomäus-Gesellschaft zugute. Sie unterstützt den katholischen Orden der „Helpers of Mary", die unter anderem in indischen Slums arbeiten.

Ob im Seniorenheim oder in der Gemüsegärtnerei - die 98 „Tagelöhner" lernen eine fremde Welt kennen. „In der Schule ist das ja keine körperliche Arbeit", beschreibt Benedikt Gerdes den Unterschied. Der 18-Jährige hat sich dicke Arbeitshandschuhe übergestreift, auf dem Kopf trägt er einen gelben Bauhelm. Für die Firma Krämer-Bau spritzt er mit Wasser Schalungen ab. „Der macht das schon ganz ordentlich", lobt ihn der Bauleiter. Routiniert greift er nach dem Spaten, in der Hosentasche steckt ein Zollstock. Dem jungen Gast zeigt er gerne seinen Alltag auf der Baustelle. „Die Schüler sollen mal sehen, was im Arbeitsleben abläuft", meint er.

Auch an einer anderen Stelle hört man Lob und Zustimmung. In direkter Nachbarschaft der Schule hat ein Privathaushalt für Christina Altendeitering und Christin Bekel Arbeit. Es gilt einen Gartenzaun zu streichen. Sie ernten hierfür von Martin Grodd großes Lob. „Ich bin ja nicht schnell mit Lob bei der Hand“, gesteht er am nächsten Tag. „Aber was die zwei alles geschafft haben, ist schon spitze.“

Christina und Christin genießen nebenbei das schöne Wetter, das der Aktion zugute kommt. „Es war schon anstrengend“, resümieren sie. „Aber Spaß gemacht hat’s auch!“