Von Händen, Kaninchen und dem Mond...
Videoinstallation von Schülerinnen des Franziskusgymnasiums in der Stadt- und Hochschulbibliothek
(Bericht in der Lingener Tagespost vom 15.10.2005)

Eine Präsentation ungewöhnlicher Kunstwerke erwartet die Besucher der Stadt- und Hochschulbibliothek Lingen. Zwischen den Bücherregalen flimmern gezeichnete Bilder und lebendige Objekte auf Bildschirmen.
Für den Kunst-Leistungskurs Ku 31 des Franziskusgymnasiums ist das Ganze ein Experiment, sowohl in der Auseinandersetzung mit aktuellen künstlerischen Medien in den einzelnen Kunstwerken als auch in ihrer Präsentationsform inmitten der unveränderten Umgebung und einbezogen in den alltäglichen Publikumsverkehr der Bibliothek.

Stellen in der Bibliothek aus: (von links) Janina Gäckler, Barbara Hölscher, Lena Bürsken, Christina Altendeitering, Eva-Kristin Roth, Teresa Heilen, Inga Moritz, Isabelle Menger, Marijke Schöttmer (in „moon delight“), Schülerinnen des Franziskusgymnasiums, mit Josef Lüken von der Stadt- und Hochschulbibliothek.

Zur Entstehung ihrer Arbeiten geben die Schülerinnen folgende Erläuterungen: „Zunächst haben wir Hände in unterschiedlicher Bewegung gezeichnet, geschlossen, zur Faust geballt, offen, die Finger abspreizend. Aus den einzelnen Skizzen wurden kleine Bildfolgen, die nach und nach farbig gestaltet wurden. Die Bilder wurden in verschiedenen Stadien mit einer digitalen Videokamera aufgenommen und am Computer bearbeitet, so dass eine schnelle Abfolge entstand.
In einem weiteren Schritt haben wir reale Dinge aufgenommen und den ersten Filmstücken hinzugefügt (Teresa Heilen, Eva-Kristin Roth).
Die Kombination abstrakter und realer Bildobjekte erwirkt einerseits eine Differenzierung, andererseits bilden sie eine Art Symbiose als ganzes Werk. Bei allen Kombinationen war die Bewegung der Hand ausschlaggebend, aus ihr resultierte die Idee der kombinierten Elemente.
Das Zusammenspiel von Hand und Jojo zum Beispiel ist ein gängiges Bild, die Verbindung mit einem Kaninchen oder mit dem Mond hat nicht direkt etwas miteinander zu tun, wird aber im Film verbunden (Isabelle Menger, Janina Gäckler).
Der Film ‚moon delight‘ beschäftigt sich mit der Belanglosigkeit alltäglicher Dinge, die dennoch besondere Aufmerksamkeit verdienen. Durch klatschende Hände wird die Freude über die Schönheit des Mondes ausgedrückt, dessen Anwesenheit so selbstverständlich scheint. Damit soll die Notwendigkeit zum Ausdruck gebracht werden, sich auch über scheinbar selbstverständliche Dinge zu freuen und sie zu schätzen zu wissen (Marijke Schöttmer).
Ergänzend werden diverse Ideen bezüglich einer Installation in individuellen Räumen/Orten vorgestellt. Dies wird in Form von Modellen, Skizzen und Fotos dem Besucher näher gebracht (Lena Bürsken, Christina Altendeitering).“
Die Ausstellung ist vom 17. bis 21. Oktober während der Öffnungszeiten in der Stadt- und Hochschulbücherei zu besichtigen.